OPTI Praxismanagerin IHK – Neue Kooperation und Ausbildungsstätte ab 2019

Die Fortbildung zur OPTI Praxismanagerin gibt es mittlerweile schon seit einigen Jahren, ab Herbst 2019 aber in neuer Kooperation und an neuem Standort. Im DZW-Interview erörtern Christian Henrici, Geschäftsführer der OPTI health consulting, und Christiane Fork, Leiterin der Haranni Academie/Herne, die Positionierung einer zeitgemäßen PraxismanagerIn und ihre Zusammenarbeit.

 

DZW: Herr Henrici, Sie starten Ihre Praxismanagement-Ausbildung 2019 an einem neuen Standort. Was ist der Hintergrund?

CHE: Auch wenn unsere OPTI-PM Ausbildung 2019 bereits in den siebten Jahrgang geht, wollen wir uns natürlich stetig weiterentwickeln, um ein möglichst perfektes Lehrgangs-Erlebnis für die Teilnehmer zu schaffen. Das bezieht sich sowohl auf organisatorische Anpassungen sowie die erweiterten Lehrinhalte. Auf der Suche nach dem bestmöglichen Veranstaltungsort, der sowohl infrastrukturell als auch ausstattungstechnisch unseren zukünftigen Anforderungen gerecht werden kann, sind wir durch glückliche Umstände auf die Haranni Academie gestoßen. Als eine der ältesten und erfolgreichsten Institutionen ihrer Art hat die Haranni Academie für uns die Erfahrung und Möglichkeiten, die wir uns von unserer zukünftigen Ausbildung erhoffen. Daher freue ich mich sehr, mit einem solch kompetenten Veranstaltungspartner zusammenarbeiten zu können und bin gespannt auf die „OPTI-PM 2019“.

DZW: Frau Fork, was hat Sie zu dieser Kooperation bewogen?

CFO: In letzter Zeit sind vermehrt Großpraxen auf mich zugekommen, die kontinuierlichen Schulungsbedarf im Bereich Praxismanagement haben. Für diese Praxisstrukturen ist es zwingend erforderlich, jemanden im Praxismanagement zu haben, der die ebenso anspruchsvollen wie vielfältigen Aufgaben in Verwaltung, Organisation und Mitarbeiterführung mit einem 360-Grad-Blick bewältigt. Die Seminarinhalte der bisherigen OPTI-Praxismanagerin passten einfach hervorragend und es war zudem auch ein wenig glückliche Fügung, dass Christian Henrici mit meinen Kollegen vom Zahnärztlichen Fach-Verlag in den letzten Monaten an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet hat, so dass dadurch auch unser Kontakt intensiviert wurde und wir uns schnell verständigt haben, die neue OPTI Praxismanagerin IHK als Kooperationsprojekt ab Oktober 2019 bei uns in Herne in der Haranni Academie zu beheimaten.

DZW: Was wollen Sie mit Ihrer Zusammenarbeit bewegen?

CFO: Ziel unserer Fortbildung ist, kompetente Führungskräfte für den Bereich Praxismanagement auszubilden, die in der Lage sind, ihren Praxisinhabern Freiräume zu verschaffen, sie zu entlasten und darüber hinaus dafür Verantwortung übernehmen möchten, Patientenorientierung und Wirtschaftlichkeit ihrer Praxen auf hohem Niveau zu halten bzw. noch weiter zu optimieren.

Auch in diesem Bereich macht sich mittlerweile schon ein eklatanter Fachkräftemangel in den Praxen bemerkbar. Dem wollen wir mit einer fundierten Ausbildung entgegenwirken, unsere Teilnehmer sensibilisieren für Strukturen und Prozesse, auf die es in profitablen Praxen entscheidend ankommt. Mehrbehandler-Praxen funktionieren nun einmal grundlegend anders als Ein- oder Zwei-Behandler-Praxen und stellen sowohl Praxisinhaber als auch Mitarbeiter vor große Herausforderungen, was wirksame Führung anbelangt. Hier setzen wir mit unserer Fortbildung an, indem wir hochmotivierten und potenzialstarken Mitarbeitern einen Werkzeugkoffer, eine Art Rüstzeug, an die Hand geben, der sie befähigt, diese Position im Praxisalltag optimal zu besetzen.

CHE: Wir haben einen sehr hohen Anspruch an unsere Lehrgänge und Veranstaltungen – daher haben wir uns als Partner eine Instanz gesucht, die dieselben Erwartungen an ihre Ausbildungen und insbesondere das Praxismanagement hat. Zusammen wollen wir diese Ausbildung auf eine neue Stufe haben und die gern zitierte „Extrameile“ gehen. Der Lehrgang setzt sein Fundament auf softwareübergreifende Themen und bildet durch die Lehrinhalte die optimale Mischung, die für das „Bindeglied PraxismanagerIn“ essenziell sind. Die IHK-Zertifizierung unterstreicht nochmals die Positionierung der Ausbildung und zeigt, wie wichtig die Rolle der PraxismanagerIn innerhalb der Zahnarztpraxis zu bewerten ist.

DZW: Was sind die Ausbildungsinhalte?

CHE: Die 14 Tage umfassende Ausbildung umfasst praxisnahe Inhalte, welche für den Arbeitsalltag einer PraxismanagerIn unumgänglich sind. Im Vordergrund steht hierbei die aktive Ausbildung und Umsetzbarkeit im digitalen Kontext. Zu diesem Zweck werden die Lehrinhalte unter anderem in den gängigen Praxisverwaltungssoftwares angewandt. Wir unterteilen die Ausbildung in drei Blöcke: Der erste Block befasst sich mit den grundsätzlichen Aufgaben einer PraxismanagerIn, blickt innerhalb des Praxisablaufs auf das karteikartenlose Arbeiten, die Dokumentation und das Hygiene- und Qualitätsmanagement und geht dann über in den Bereich der Software-Schulung hin zum Praxismarketing. Der zweite Block widmet sich der Integration als Führungskraft – also Kommunikation auf Basis von Personalführung, Konfliktmanagement und Emotionskontrolle. Im dritten und letzten Block wird das Überthema „Rechtssichere Leistungserbringung“ behandelt. Dies umfasst sowohl die Abrechnung, geht über rechtliche Fragestellungen zu Datenschutz/Datensicherheit und zeigt Möglichkeiten von umsatzsteigernden Maßnahmen auf. Den Abschluss der Ausbildung bildet eine mündliche Prüfung mit Zertifikat der Industrie- und Handelskammer.

DZW: Wie sehen Sie die heutige, aber auch die zukünftige Praxismanagerin?

CFO: Die Praxismanagerin wird immer „Schnittstelle“ zwischen Patienten und Team sein, wird Praxisabläufe koordinieren genauso wie QM- und Hygienemanagement verantworten. Sie/er ist Kommunikationsprofi und auch immer ein Stück weit Problemmanager. Hinzukommen sollte der absolute Wille, die eigenen Stärken zu entwickeln und die persönliche Dimension der herausgehobenen Rolle in der Praxis auch immer neu zu reflektieren. Zukünftig wird jemand, der in diesem Bereich arbeitet, noch mehr zur Anlaufstelle werden, wenn es um strategische Überlegungen, organisatorische Rahmenbedingen und konkrete Management- und Führungsaufgaben geht. Vielleicht ist die Bezeichnung als Manager auch schon ein wenig überholt. Ich identifiziere dieses Aufgabenprofil zukünftig immer mehr mit dem eines Geschäftsführers/einer Geschäftsführerin, so wie wir es auch aus mittelständischen Unternehmen kennen.

CHE: Den letzten Satz von Frau Fork möchte ich nochmal hervorheben. Die Erfahrung von mittlerweile sechs Jahrgängen „OPTI-PM“ und damit über 100 ausgebildeten PraxismanagerInnen zeigt uns ganz klar, dass die Schnittstelle weitaus mehr ist, als nur den Behandlern den Rücken frei zu halten. Wenn die Position optimal und wie von uns angedacht innerhalb der Praxis integriert ist, übernimmt die PraxismanagerIn die hauptsächliche Verantwortung über Praxisabläufe, Personalführung und Außendarstellung – also alles, was ein Geschäftsführer in einem Unternehmen zu verantworten hat. Die Behandler sehen sich meist in der Rolle des „Allrounders“ und haben oftmals Probleme, genau diese Verantwortung abzugeben. Für eine effiziente und zukunftsorientierte Zahnarztpraxis ist es aber elementar wichtig, dass Positionen bestmöglich und zielorientiert vergeben sind, damit sich die Behandler auf das Wesentliche konzentrieren können ‒ die Behandlung.

DZW: Inwieweit kann die neue Stellenbörse Topmedis, Ihr anderes Projekt mit den Dr. Hinz Unternehmen, auch für die Praxismanagement-Fortbildung von Nutzen sein? Wo sehen Sie Synergieeffekte?

CHE: Das Problem der heutigen Praxen ist ja in vielen Fällen nicht die Zahl der Neupatienten, sondern (unabhängig von der Organisation hinter den Patienten) das Thema Personal. Eine Zahnarztpraxis steht und fällt mit der Qualität des kompletten Teams – daher ist hier nochmal die Signifikanz der PraxismanagerIn als Führungsrolle hervorzuheben. Da in Zeiten des Fachkräftemangels aber die Problematik bereits bei der Suche von guten Mitarbeitern beginnt, haben wir die TOPMEDIS-Stellenbörse entwickelt und bauen das Projekt zusammen mit den Dr. Hinz Unternehmen auf, um Praxen an genau diesem Punkt zu unterstützen. Das Besondere an dieser Stellenbörse ist nicht nur die Spezialisierung auf den zahnmedizinischen Bereich, sondern auch die moderne Funktionsweise, wie beispielsweise die direkte Online-Bewerbung, um lästige Stolpersteine zu überwinden. Zusätzlich bietet TOPMEDIS eine Mitarbeiterbefragung an – genau an dieser Stelle ist der große Nutzen für das Praxismanagement. Durch die Ergebnisse der Befragung kann zielgerichtet an den personellen Stellschrauben der Praxis gedreht werden, um ein zufriedenes und damit loyales Teamgebilde zu schaffen. Also glückliches Personal mit einer verantwortungsvollen Führungskraft für eine erfolgreiche Praxis.